Autoverschiffung

An dieser Stelle entsteht ein fortlaufender Erfahrungsbericht meiner Idee, einen eigenen Geländewagen ins südliche Afrika zu verschiffen.

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Achtung: Links wurden 2008 überarbeitet, da 90% der Adressen nicht mehr funktionierten

1. Vorüberlegungen
Die Mietkosten für einen gut ausgestatteten Geländewagen liegen im südlichen Afrika etwa bei 150.- DM bis 200.- DM / Tag. Dafür bekommt man meistens eine Campingausstattung, ein technisch gutes Fahrzeug, unbegrenze Kilometer und eine Versicherung mit Selbstbehalt von einigen Tausend DM (reicht i.A.). Alles darüber hinaus kann man als zu teuer ansehen, was darunter liegt, ist ein echtes Schnäppchen, oder man bekommt ein Schrottauto. 
Was man jedoch bedenken muß, einen ordentlichen 4x4 muß man einige Wochen im Voraus buchen, die Nuzung von Last-Minute-Flügen ist meistens nicht möglich. So gabe es letztes Jahr von 
LTUR gelegentlich Super-Sonderangebote nach Windhoek für 700.- bis 800.- DM, statt 1500.- DM Normaltarif. Heute (Febr. 2001) leider nicht mehr, da Lufthansa die Flüge nach WDH eingestellt hat.
Der Hauptgrund ist jedoch: mit einem Mietwagen kann man nicht für längere Zeit das Land verlassen. Wer vor hat, mal von Süd-Afrika nach Ost-Afrika zu fahren, oder mehrere Monate durchs Land zu ziehen, kommt um einen eigenen Wagen nicht herum.
Hier stellt sich dann nur die Frage: hier kaufen und verschicken oder unten kaufen. Die Vor- und Nachteile liegen auf der Hand:
VORTEILE DEUTSCHLANDKAUF:
- In Deutschland ist die Auswahl größer
- man hat viel Zeit, das Auto zu suchen, checken und um-/auszubauen
- der Gebrauchtpreis ist viel geringer
- die Qualität ist in Deutschland meistens besser, die Afrika-Fahrzeuge haben ihr Leben lang nur Schotterpisten gesehen

NACHTEILE DEUTSCHLANDKAUF:
- Verwaltungskram mit Carnet de Passage
- Transportkosten
- Linkslenker (schlecht beim Überholen)
- Man ist ständig als Touri erkennbar (hat in machen Ländern bei Verkehrskontrollen Nachteile)
- Verkauf vor Ort schlecht möglich
- Ersatzteile passen oft nicht.
 

2. Fahrzeugauswahl
Hat man sich einmal für den Deutschlandkauf un den Transport entschieden, bleibt die Frage nach dem Fahrzeug. Es gibt diverse Anbieter an Geländewagen hier: Rover, Toyota, Nissan, Mitsubishi, Mercedes, Honda, Suzuki, Opel/Isuzu, Daihatsu...
Da die Fahrzeuge in Afrika auch gewartet werden müssen, fallen einige Hersteller direkt aus, da deren Service-Netz in Afrika nicht, oder nur sehr spärlich vorhanden ist. Übrig bleiben dann fürs südliche Afrika: Rover, Toyota, Nissan, Mercedes und Mitsubishi. Die Frage nach dem jeweilige Modell entscheidet sich sehr schnell: möglichst das größte Modell sollte es sein (Platz ist nur durch noch mehr Platz zu ersetzen), das Alter des Fahrzeugs hängt jedoch sehr am Geldbeutel. Man sollte jedoch eines bedenken: Ein zusammengebrochenes Auto in der Kalahari ist wesentlich unangenehmer als eines in Köln.
Am besten ist es, man sieht sich bei Händern oder im Internet 

www.mobile.de
www.autoscout24.de 

die Angebote an und fragt dann in den verschiedenen Diskussionsforen nach Vor- und Nachteilen 

www.offroad-forum.de
www.viermalvier.de
www.bushtaxi.de
oder sieht gleich in die Pannendatenbank der Allradler (hoffentlich kommt hier noch mehr rein). Das Internet ist hierzu ein unerschöpflicher Quell von Allrad-Weisheit. 
Aber wichtig: Leute, untersucht das Auto genau. Laßt die Finger von Autos mit Hängerkupplung, egal, ob Euch der Vorbeitzer sagt, daß er damit nur selten was gezogen hat. Ihr braucht ein wirklich zuverlässiges Auto. So hat mein Patrol trotz ebendieser Beteuerungen des Vorbesitzers schon einige Tausender an Reparaturen verschlungen, obwohl angeblich 100% in Ordnung (an dieser Stelle regt sich der Schreiber dieser Zeilen immer furchtbar auf). Wenn man aber schon ein Schrottauto erwischt hat, so ist 
SCHRÖDER ALLRAD SERVICE ein zuverlässiger, freundlicher, fachkundiger und sehr günstiger Ersatzteil-Händler, der notfalls auch in alle Welt versendet.

2.A Technische Tips
Hier natürlich eine Liste von Umbauarbeiten, die an einem Fahrzeug bei Bedarf durchgeführt werden sollten.
1. Fahrwerk ändern: die deutschen 4x4 Fahrzeuge sind für europäische Straßen optimiert, weich und rel. tief. Ein Fahrwerk der australischen Firma OLD  MAN EMU (mittlere Härte) legt das Auto etwa 5 cm höher, ist etwas härter, und die Gasdruck-Stoßdämpfer sind stabiler. Ersatzteile sind weltweit verfügbar (darauf sollte man immer achten). Kostet etwa 1700.- DM. Ideal dazu sind 16” Räder. Leider sind die Reifen recht teuer und in Afrika nicht sehr verbreitet, ich habe drauf verzichtet.
2. Ein Ölkühler: in Afrika sind die Temperaturen grundsätzlich höher, bei Fahrten durch Sand muß der Motor zusätzlich noch erheblich mehr leisten. Das beansprucht das Motoröl und treibt die Temeratur in die Höhe. Ein Racimex Ölkühler-Nachrüstsatz schont den Motor und vor allem die Kopfdichtung, kostet incl. Schläuche und Regler 600.- DM.
3. Ein Dachträger: unbedingt ein stabiler Dachträger sollte angebaut werden. Ideal, um Unmengen an Kisten zu transportieren oder um ggf. ein Dachzelt zu montieren. Ich habe hier eine große, abschließbare TOPBOX montiert, wo das ganze Campingzubehör Platz findet. Ja, Platz hat man eigentlich NIE genug.
4. Zwei Ersatzräder: Man hat halt nicht immer eine Werkstatt in unmittelbarer Nähe. 
5. Allgemeines Werkzeug: Zange, Hammer, Schraubenschlüssel, Knarrenkasten, Kabel, alle möglichen Schrauben, Kühlerdicht, Schlauchschellen, Klebeband, ein Multimeter, Ersatzlampen, Ölfilter, Öl., Sicherungen, Rostschutz, Säge, Seil, Abschleppseil, Glasfasermatte mit entsprechendem Kleber, Silikon, Reifen-Pilot, Mini-Kompressor, Auto-Staubsauger (recht wichtig). Man kann recht viel mitnehmen, aber irgendwas fehlt immer.
6. Bei mir habe ich einen 
Trabold-Feinstölfilter eingebaut. Das Motoröl altert in Afrika durch die staubigen Straßen und die hohe Temeratur schneller. Dieser Filter filtert alles an Schmutz und auch Wasser aus dem Öl heraus. Angeblich braucht man NIE WIEDER das Öl zu wechseln, nun, ich werde es einmal jählich wechseln.
7. Luftfilter: Viele raten zu einem Safari-Snorkel, der die Luftansaugung aufs Dach verlegt. Kostet allerdings 1200.- DM. Der Vorteil ist, daß oben weniger Dreck in der Luft ist, als unten. Bei Wasserdurchfahrten ist er dringend norwendig. Ich werde sehen, ob ich sowas brauche. Kostet in Afrika das Gleiche wie hierzulande. Vorläufig ist ein K&N-ähnlicher Sportluftfilter eingebaut. Gibt es bei ATU für 150.- DM. Der Filter ist waschbar und hält ewig. (Paßt aber nicht ganz !!!)
8. Eine ordentlich stabile Ramme: nicht, um einen Elefanten umzufahren, aber wenn einem mal nachts ein Tier vors Auto springt, schützt er doch etwas.
9. Ein Fliegengitter vor dem Kühler: Nicht nur wegen der Insekten, vor allem für die Fahrt durch hohes Gras. Grassamen setzt den Kühler sehr schnell zu.
10. Sandbleche: Wenn man sich im Sand festfährt, weiß man diese unhandlichen und sperrigen Teile recht schnell zu schätzen. Man bekommt sie häufig gebraucht, die Kosten liegen etwa bei 150.- DM für 2 Bleche mit 1.5 m. Besser sind aber die aus Alu, sollte man aus Gewichtsgründen machen (habe ich leider nicht).

3. Der Transport
Irgendwann steht das Fahrzeug aber dann in der eigenen Garage, wird den eigenen Wünschen entsprechend ausgerüstet (meistens anderes Fahrwerk, Dachträger und anderer Luftfilter) und los geht die Suche nach dem günstigsten Spediteur. Diese Suche ist eine recht langwierige, denn Speditionen gibt es wie Sand am Meer und hier die Preise in Verbindung mit den Leistungen zu vergleichen, ist so einfach nicht.
Auf jeden Fall sollte man eine Containerverschiffung einer RoRo-Verschiffung (Auto wird ins Schiff gefahren) vorziehen. Bei der viel billigeren RoRo-Verschiffung ist das Fahrzeug ungeschützt gegen Beulen und Diebstahl, der Conainer bietet hier einen gewissen Schutz.
Hier die direkten E-Mail-Adressen oder die Web-Adresse meiner Ansprechpartner bei den diversen Speditionen: (Update 2007, einige der genannten Adressen existieren nicht mehr, aber bei einer Nachfrage bei Schenker stellte sich heraus, die Preise haben nur leicht angezogen)

Michael.Nebel@Schenker.com (bei Frankfurt, Schenker führt angeblich keine Privat-Transporte mehr durch!)
http://www.ebert-spedition.de/


Nun, an diser Stelle nun eine Anmerkung, nachdem das Auto nun 5 Tage auf See ist: Mir war es leider nicht möglich, das günstigste Angebot annehmen. Kurz vor den Termin beschloß mein Patrol, seltsame Geräusche aus dem Getriebe abzugeben, also, aufwendige Reparatur. Die günstigste deutsche Spedition war die Ebert-Spedition, deren E-Mail-Adresse auch oben angegeben ist. Man darf nicht den Fehler machen, nur nach den Transportkosten zu fragen, es kommen immer noch viele Kosten hinzu: Verpacken, Verzurren, Hafentransport, Dokumente fertigen, Verwaltung und nicht zu vergessen, die Kosten im Zielhafen. Eine Spedition, die in Kapstadt eine Niederlassung hat, ist grundsätzlich billiger, als eine, die dort einen sogenannten Agenten einschalten muß. Hier variieren die Kosten zwischen 750.- DM und 1800.- DM (!!!). Also bei mir wurde es SCHENKER. Dazu werde ich dann später mehr schreiben. Bisher konnte ich nur feststellen, daß die, soweit ich das bisher feststellen konnte, recht zuverlässig sind.

4. Der Verwaltungskram
Sein wir mal ehrlich, wollen wir nicht auch in Afrika den Zwängen des typisch deutschen Alltages entgehen, und somit auch dem alltäglichen Verwaltungs-Wahnsinn. Leider: diesen gibt es hier in Perfektion.
Wer ein Fahrzeug nach Süd-Afrika verschiffen will (oder auch selber fahren), sollte Mitglied in einem Automobilclub sein. Für den zeitweisen und damit auch zollfreien Import eines Fahrzeuges braucht man ein CARNET DE PASSAGE, ein internationales Zollpapier. Dieses wird z.B. vom ADAC für ca. 250 DM (2001) ausgestellt, d.h, der ADAC haftet dafür, daß man das Auto wirklich nur ZEITWEISE importiert. Dafür will dieser natürlich eine Sicherheit. Bei einem Fahrzeug bis zu einem Zeitwert von 30000.- DM und einem Export nach Süd-Afrika sind das 6000.- DM (2001), in Form einer Barzahlung (von wegen) oder einer Bankbürgschaft (kostet leider auch 2-3% Zinsen im Jahr). Man schickt dann die Bescheinigung der Bürgschaft zusammen mit einem ADAC-Vordruck, in dem diverse Fahrzeugdaten ermittelt werden, zum ADAC und erhält dann das gewünschte Papier. Hier beachte man, den Wert des Autos recht gering (aber realistisch bleiben) anzugeben. Wird das Auto in Afrika gestohlen oder kommt sonst irgendwie abhanden ohne einen offiziellen Nachweis, muß man das Auto im Zielland verzollen - und das sind 66% des Carnet-Wertes (Namibia).
Dieses Carnet gilt für den Zeitraum von einem Jahr, kann aber noch verlängert werden. Diese Frist unterliegt momentan jedoch dem absoluten Chaos. D.h. die Ausagen gehen von 3 Monaten bis einem Jahr. Das werde ich zu späterer Zeit nochmal genauer schreiben. Wer, so wie ich, das Fahrzeug eine sehr lange Zeit dort nutzen will, muß das Land jedes Jahr verlassen in ein Land, welches nicht zur Südafrikanischen Zollunion gehört, also Zamibia, Mosambique, Angola, Malawi,..., NICHT jedoch Botswana oder Zimbabwe. Hier bekommt man dann das neue ADAC-Carnet abgestempelt und kann sofort wieder zurück fahren.

An dieser Stelle noch eine Anmerkung zum Zoll: bei jeder Verlängerung des Carnets kann man den Fahrzeugwert geringer eintragen. Nach einigen Jahren kann man es sich dann erlauben, den Wagen offiziell einzuführen. Dann zahlt man nur noch 66% des nun geringeren Carnetwertes. Glücklich, wer an dieser Stelle gute Freunde hat, die dann das Auto “kaufen”. Aber leider ist das scheinbar nicht immer so. So erhielt ich vor kurzem eine Mail, in der mir mitgeteilt wurde, daß nicht 66% des Carnetwertes an Zoll bezahlt werden muß, sondern vorher eine offizielle Schätzung stattfindet. Die fällt natürlich recht großzügig aus, gerade für ein gepflegtes Auto. In dem Fall also mehrmals versuchen. Wenn es nicht klappt, kann man das Auto offiziell der Regierung schenken oder noch besser, einer privaten Naturschutzorganisation. Je nach Organisation kann man den Wagen dann auch weiter nutzen. Das aber nur, wenn der Wagen wirklich Schrott ist. Dann braucht man keinen Zoll zu zahlen und hat seine Carnet-Unterlagen in Ordnung.

An dieser Stelle endet vorläufig meine Erfahrung, wird aber fortgesetzt....

So, nun ist es 3 Monate später und es folgt die Fortsetzung:
Der Transport mit 
Schenker war erfreulich unkompliziert: Anruf beim lokalen Agenten von Schenker, Herrn Clive Chetty (der trotz vorhergehender Absprachen Urlaub hatte, aber sein Vertreter wußte Bescheid) und ich wurde in meiner Pension (Roman Rock in Simonstown, SEHR GUT) von einem Mitarbeiter Schenkers abgeholt und zum Hafen gefahren. Der Wagen stand nicht mehr im Container, sondern in einer großen Halle, keine Schramme und alles komplett. Vereinbarungsgemäß wurden die Kosten in Süd-Afrika an den Mitarbeiter bezahlt. Warum das etwas mehr sein sollte, als in Deutschland zugesichert, war mir in dem Augenblick zugegebenermaßen egal.
Also hier noch mal kurz die Kosten:
In Deutschland zu bezahlen: 4600.- DM (Stand 1.3.2001)
In Südafrika (in Bar)          : 1150.- DM ( zugesichert 850.-)
Bei der Übernahme des Autos sollte man, außer auf den Fahrzeugzustand, den Inhalt und den Tankinhalt noch auf das Carnet achten: Hier müssen die jeweiligen Stempel der Zollbehörde drin sein. Jeder, der schonmal in Afrika war, weiß, wie wichtig Stempel dort sind. Dieses Papier berechtigt auch zum Grenzübertritt. Bei der Einreise nach Namibia gab es wieder Stempel in das Papier und ich konnte ungehindert passieren nach den üblichen Kontrollen. 
Verkehrskontrollen sind da schon etwas problematischer, haben die meisten Polizisten doch noch nie ein Carnet gesehen. Alle vermissen erstmal den Zulassungs-Aufkleber auf der Windschutzscheibe. Es kann schon etwas nerven, jedem Beamten erstmal klar zu machen,  was dieses Carnet für ein Papier ist. Aber glücklicherweise sind ja Stempel drin...Namibia und Südafrika sind in dieser Hinsicht sowieso rel. unkritisch.

Das Anschlußcarnet: Damit der Papierkrieg auch ja kein Ende hat, muß nach ca. einem Jahr ein ANSCHLUSSCARNET vom ADAC bestellt werden. Bei der Ausreise aus Nambia wird das alte zum letzten Mal abgestempelt, bei der Einreise in ein Land außerhalb der Südafrikanischen Zollunion (Angola oder Zambia) wird nun das neue Carnet eingeweiht. Das alte muß an den ADAC zurückgegeben werden.

Noch Fragen? Einfach schreiben.

Fortsetzung

Und nun ist die Herbsttour 2001 vorüber. Hierzu wird es noch einen ausführlichen Bericht geben. Aber an dieser Stelle gehts ja nur ums Auto.
Die erste richtige 4x4-Tour führte uns einige Tage (viel zu kurz) in Kaokoveld. In den extrem staubigen Regionen des Hoanibs vermißte ich erstmals einen Zyklon-Filter oder zumindest einen Safari-Snorkel. Nun, der Luftfilter mußte halt täglich ausgeklopft werden. Ist die Frage, ob einem das die 1000.- DM wert ist?! Der Dachträger der Marke SCHEEREN - OFFROAD sah zwar sehr stabil aus, war es aber nicht. Ein Ersatzrad war oben drauf geschnallt und unter dessen Gewicht und einer extremen Wellblech-Piste riß eine Halterung direkt am Dachräger ab, einige Schrauben bohrten sich ins Dach und der hintere Halter des Dachträgers riß die Regenrinne ab, da er nun das Gewicht alleine tragen sollte. Wäre der lieber auch abgerissen. Nun gut, normale Verschleißerscheinungen, die ich hätte vermeiden können durch geschicktere Plazierung des Ersatzreifens, nicht vorne auf den Träger, sondern eher hinten. Das betrifft aber nur besagten Scheeren Offroad!
Auch jetzt wieder: die Temperatur. Bei schnellen Fahrten (130) stieg die Motortemperatur an. Nichts Kritisches, bischen langsamer fahren, und alles war OK. Zur Behebung dieses Problems wurde Folgendes gemacht:
- Zusatzscheinwerfer entfernt (bessere Durchlüftung des Kühlers)
- Abgasrückführung zugestopft mit einer passenden Schraube
Diese half Etwas, aber nicht so 100%ig. vielleicht wäre ein Ladeluft-Kühler angebracht, aber wohin damit? Vorne ist Klima und Ölkühler...?
Was an einem Patrol GR 2.8 TD (nur an diesem Modell !!!) gemacht werden sollte: den Auspuff direkt vorne abschneiden und einfach ein Rohr zu Seite legen. Der Auspuff liegt viel zu dicht am Unterboden und heizt das Auto stark auf. Es entstehen KEINE lauteren Geräusche und der Motor braucht auch keinen Rückstaudruck. Werde dieses beim nächsten Mal machen und dann mehr dazu schreiben. In Deutschland gibt es (angeblich) sogar keine TÜV-Probleme mit dieser Konstruktion.
Ach ja, achtet auf Schrauben und Muttern der Türen. Bei extremem Rappeln lösen sich diese gerne. Bei Gelegenheit durch selbstsichernde Schrauben ersetzen.
Der Diesel: in Afrika ist dieser von sehr schlechter Qualität, es gibt einen sehr hohen Schwefelanteil, der die Düsen belastet und das Fahrzeug extrem qualmen läßt. Auch die Höhenluft in vielen Regionen Afrikas erfordert eine Anpassung der Einspritzpumpe, wenn man hauptsächlich über 1500 Meter fährt. Wundert Euch also nicht, wenn die Leistung sehr nachläßt. Es ist nichts kaputt.
Reifen: Deutsche Reifen taugen nicht !!! Sie sind immer zu weich, egal, was der Verkäufer sagt. Auch ist das Profil, das einen optimalen Grip verspricht, doch meistens sehr schnell zerfetzt. Es sollte sich in der Mitte des Reifens eine ununterbrochene Bahn befinden. Irgendwie bekommt das der Lebensdauer sehr gut, laut meinem Autovermieter-Kumpel. Leider sind diese Reifen sehr selten, ich kann also hier keinen empfehlen.

Noch ‘ne Fortsetzung

Und wieder sind einige Monate ins Land gegangen und wieder ist eine Tour vorüber. Nicht Besonderes in Hinsicht aufs Auto, aber der erste große Verwaltungsakt der Carnetverlängerung fand statt.
Was benötigt wird, ist ein Folgecarnet des ADAC (130 Euro). Mir diesem Folge-Carnet geht man nun einfach zur Namibianischen Zollbehörde, bekommt einen Stempel ins alte Carnet, einen ins neue Carnet und fertig. Kostet: NICHTS! Das alte Carnet wird nun mit einer Kopie der ersten Seite des neuen Carnet an den ADAC zurüch gegeben. Die Gerüchte von wegen “Verlassen Sie die südafrikanische Zollunion” stimmen also NICHT.

Ach ja: in Namibia braucht ein ausländisches Fahrzeug eine Straßennutzungs-Erlaubnis. Diese ist bei der NANPA zu erhalten. Vorsicht: NICHT beim Straßenverkehrsamt und NICHT bei der Polizei. Beide Institutionen schicken einen immer zu der anderen. Ich war 2 mal bei der Polzei und 3 mal im Starßenverkehrsamt und NIEMAND war zuständig, aber Strafe hätte ich natürlich zahlen müssen - AFRIKA ....!
 

Noch ein Wort zur Technik: deutsche Bullenfänger kann man eigentlich vergessen - nur Designerstücke. Ein dicker Ast im Weg und schon ist das Ding krumm und schief. Wer noch keinen hat, aber einen anbauen will, sollte das da unten machen lassen, da gibt es denn was Stabiles.

Update 2008
Es gab lange keine Eintragungen auf dieser Seite aus Zeitmangel. Aber hier nun das überfällige Update.
Inzwischen bin ich Kenia gelandet.

  • Nissan: Der Patrol Y60A hat sich als extrem Afrika-untauglich erwiesen. So gut wie keine Werkstatt kann das Fahrzeug reparieren, alle Ersatzteile müssen direkt in Japan bestellt werden oder aus D mitgebracht werden. Der Zylinderkopf hält auch bei bester Pflege meistens nicht mehr als 160000 km. Bei mir kamen neuer Turbo, neue Kolbenringe, Wartung der Einspritzpumpe...dazu, obwohl er in Afrika bisher nicht mehr als 50000km gelaufen ist. Von heftigem Rostbefall in Küstenregionen will ich hier erst gar nicht anfangen.
    Achtung: wenn ein Mechaniker sagt, daß er Ahnung vom Patrol hat, glaubt ihm nicht. Mein Motor ist auf diese Art und Weise bei Mombasa nahezu zerstört worden.
    An dieser Stelle möchte ich dringend einen Toyota Landcruiser Buschtaxi oder HDJ 80 empfehlen. Diese Fahrzeuge können vor Ort repariert werden und sind sowieso erheblich robuster und geländegängiger. In Ebay-Uk gibt es HDJ 80 (als Rechtslenker und damit auch in Afrika importier und verkaufbar) in ordentlichem Zustand bereits für 5000 Euro. Mehr Infos hierzu unter 
    www.buschtaxi.de
     
  • Adac: der Adac hat sich als sehr hilfsbereit erwiesen. Allerdings beträgt neuerdings die Bankbürgschaft für ein altes Auto 5000 Euro.
     
  • Carnet: das Carnet ermöglichte bisher ein rel. reibungsloses Reisen. An manchen Grenzübergängen sind jedoch zusätzliche Schmiergeldzahlungen nicht zu vermeiden, da z.B. TANSANIA nicht in der Länderliste im Carnet steht. Genaugenommen ist ein Carnet nicht für Tansania notwendig.
    Tritt ein Fehler im Carnet auf (ich hatte das Auto einem Freund geliehen und der hat dort irgendeinen Stempel reingemacht, aber nix annähernd authentisches) kommt man in Teufelsküche. Mein Auto ist fast von irgendwelchen windigen Zollbeamten in Mombasa beschlagnahmt worden und es kostete extrem viel Schmiergeld (ca. 1000 Euro), daß ich es behalten konnte. Einen offiziellen Stempel habe ich jedoch nicht dafür bekommen, damit ich im nächsten Jahr wieder Schmiergeld zahlen muß. In Nairobi bekommt man den Stempel!

Update 2015
machen wir das Update kurz:

nach einer Motor-Revision beim Boschdienst in Bethlehem/Südafrika ist der Motor kaputt. Bosch sagt dazu, dass bereits alle nun vorhandenen Schäden eindeutig bereits VOR dem Werkstattbesuch vorhanden waren und die Motorüberholung nicht damit zu tun hat, dass die nun eingebauten Teile wie neuer Kopf, neue Düsen etc gebrochen, falsch oder kaputt sind. Auch der Kolbenfresser hat nichts damit zu tun....

Ich hatte große Lust, den Wagen offiziell zu verschrotten, was jedoch in Südafrika NICHT MÖGLICH ist. Die Verschrottung unter Zollaufsicht ist reine Theorie. Von einer kompetenten Zollbeamtin erfuhr ich, dass ich den Wagen UNBEDINGT außer Landes bringen muss - wie auch immer. Also NOCHMAL reparieren, momentan bei Hennie Scheepers Traktorwerkstatt in Bethlehem (SA).

Die Carnetgeschichte ist inzwischen sehr teuer: 200.- Euro + ADAC-Mitgliedschaft + Bankbürgschaft-Zinsen 200.- Euro/Jahr kostet die Sache inzwischen.
Mein Carnet wurde zusammen mit dem Autoinhalt letztens gestohlen, also gab es ein ADAC-Ersatz-Eil-Carnet aus D, nochmal 200 Euro Transportkosten und nur 6 Monate gültig.

Schade: das als kostengünstige Alternative geplante Projekt rächt sich sehr teuer. AFRIKA MACHT KEINEN SPASS MEHR.

 

Transport
Gelegentlich erreichen mich Nachrichten über weitere Transportunternehmen als die oben genannten. Ich habe diese (natürlich) nicht ausprobiert, aber zumindest habe ich nach kurzer Prüfung keine negativen Informationen im Netz über sie gefunden.